2026
21. Tagung für Fachseminarleiter:innen und Fachberater:innen Musik
08. - 10. Oktober 2026, Hochschule für Musik und Tanz, Köln
Das Künstlerische im Musikunterricht
Die diesjährige Tagung versteht sich als Forum zur Diskussion der Frage, welche Rolle das
„Künstlerische“ heute in schulischen Bildungsprozessen spielen kann – nicht nur als Methode
kreativer Gestaltungsarbeit, sondern als eigenständige Form der Welterschließung und
Erkenntnis.
Ein besonderes Interesse gilt Perspektiven, die fachübergreifende Formen ästhetischen Lernens
sichtbar machen und danach fragen, welche Bedeutung künstlerische Praxis in einer zunehmend
kompetenzorientierten Schule besitzen kann.
Mit Blick auf eine zukunftsweisende Profilierung unseres Fachs, aber auch hinsichtlich des
musikpädagogischen Nachwuchses erscheinen diese Frage besonders relevant, da die
Attraktivität des Musikunterrichts wesentlich davon abhängt, ob er von allen Beteiligten als
lebendiger künstlerischer Erfahrungsraum wahrgenommen und gestaltet werden kann.
Im Mittelpunkt der gesamten Tagung soll der gemeinsame Gedanken- und Erfahrungsaustausch
stehen. Um diesen zu befördern, sind alle Teilnehmer:innen ganz ausdrücklich eingeladen, ihre
eigenen Anstöße und Impulse in den Diskurs einzubringen. Sei es, um die vorgeschlagenen
thematischen Schwerpunkte zu vertiefen oder um einfach jenes zur Sprache zu bringen, was
einem im Berufsalltag aktuell bewegt oder hier schon länger auf dem Herzen liegt. Für die
Planung ist es hilfreich, wenn solche Anstöße im Vorfeld an die Organisator:innen
herangetragen werden.
Wir freuen uns auf einen inspirierenden Austausch!
Programm
Donnerstag, 08. Oktober
14.00 Uhr: Come together
15.00 Uhr: Das Künstlerische im Musikunterricht
Sabine Hoene, Anne Niessen, Christine Stöger, Martina Thomas
Begrüßung und Rahmung
Stephanie Buyken-Hölker & Christine Stöger
Eine (Musik)Schule für alle (EMSA) - Musikunterricht connected
EMSA hat sich als eine besondere Form der Kooperation zwischen Musikschulen und weiterführenden Schulen in NRW etabliert. „Connected“ im Titel steht sowohl für die Zusammenarbeit der Lehrenden an den Institutionen als auch für die möglichst vielfältigen Anschlüsse musikbezogener Angebote an die Lebenswelten der Schüler:innen und für die inhaltliche Verbindung der entstehenden Musizier- und Musiklernformate mit den an Schulen bereits vorhandenen Angeboten, also vor allem dem allgemeinbildenden Musikunterricht. Der Beitrag bietet Einblicke in die aktuelle Arbeit von EMSA und dient als Impuls für den Austausch.
Lena Sefrin
Agile Projektarbeit im Musikunterricht
Projektorientierter Musikunterricht eröffnet Räume für Mitbestimmung, Verantwortung und kreative Gestaltungsprozesse. Wenn Schüler:innen eigene Ideen entwickeln, Entscheidungen gemeinsam treffen und ihre Vorhaben eigenständig umsetzen, entstehen Lernprozesse, die künstlerisches Arbeiten in kompetenzorientierte Rahmungen transformieren. Agile Formen der Projektarbeit stellen dabei die Lernenden in den Mittelpunkt, während die Lehrkraft den Prozess begleitet und strukturiert.
Christiane Strucken-Paland, Orgel
Orgelmeditation in der Romanischen Kirche St. Andreas
Abendessen und Ausklang im Brauhaus
Freitag, 09. Oktober
9.00 Uhr
Niklas van der Ven
Zwischen Kunst und Curriculum: Wie Vorstellungen des Künstlerischen das pädagogische Handeln von Lehrkräften prägen
Wie zeigt sich das Künstlerische im schulischen Alltag von Musiklehrkräften? Auf Basis einer Interviewstudie zeigt Niklas van der Ven, dass musikalische Sozialisation, curriculare Vorgaben und schulische Praxis strukturieren, wie Lehrkräfte künstlerisches Handeln im Unterricht realisieren: Musikunterricht wird als prozesshafter Erfahrungs- und Resonanzraum für Schüler:innen gestaltet; die Musiklehrkraft agiert dabei als „Ermöglicherin zwischen Kunst und Curriculum“.
Anne Niessen & Christine Stöger
Musiklehrkräftemangel - MULEM-EX und MiKADO-Musik
Auf Basis der Studie MULEM-EX werden Gründe für den Musiklehrkräftemangel an Schulen skizziert. Darauf aufbauend wurden von den musikpädagogischen Lehrenden an Hochschulen und Universitäten bereits Ideen entwickelt, wie die Zugänge zum Studium erleichtert und der Bezug zwischen Studium und Schule verbessert werden könnten. Im Rahmen des Inputs werden diese Vorschläge und erste Realisierungsinitiativen vor- und zur Diskussion gestellt.
Martina Thomas & Corinna Vogel
Zugänge zu zeitgenössischer Musik über Bewegung und Tanz
Zeitgenössische Musik ermöglicht musikalisches Lernen und eröffnet vielfältige ästhetische Erfahrungsräume. Der Workshop umfasst praxisnahe Unterrichtsmodelle, die Zugänge zu zeitgenössischer Musik über Bewegung und Tanz eröffnen. Auf Grundlage langjähriger gemeinsamer Schulprojekte werden erprobte Praxisbeispiele vorgestellt und in der Gruppe aktiv umgesetzt. Die Reflexion zentraler Gelingensbedingungen und ein fachlicher Austausch bieten zahlreiche Impulse für den eigenen Unterricht und die Ausbildungspraxis.
Mittagspause
13.45 Uhr
Olaf Menke & Martina Thomas
KunstMusik – Get together in der Seminararbeit
Die Zusammenarbeit der Fachseminare Kunst und Musik für die Sekundarstufe 1 am ZfsL Köln basiert auf einem interdisziplinären Verständnis ästhetischer und kultureller Bildung. Dabei wird ein Mehrwert für die Ausbildungspraxis erfahren, der durch den kreativen Prozess entsteht, in dem unterschiedliche Fachdisziplinen verbunden werden. In gemeinsamen Projekten entstehen ästhetische Lernprodukte, in denen musikalische, bildnerische und performative Ausdrucksformen zusammengeführt werden. Nach einem kurzen Input zur Konzeption und der Vorstellung ausgewählte Projekte sind alle zur Live-Präsentation einer aktuellen Arbeit eingeladen, die im Lernort Skulpturenpark Köln initiiert wurde.
Denise Böer-Saraiva
Die Kunst der Immersion in Videospielen. Praxisorientierte Zugänge für den Unterricht
Das Seminar beschäftigt sich mit den kreativen und technischen Möglichkeiten von Videospielen im schulischen Kontext. Im Mittelpunkt stehen die Chancen und Herausforderungen von Videospielen als kulturelles Medium. Die Teilnehmenden lernen zunächst zentrale Gestaltungs- und Videospielmusiktechniken kennen. Im praktischen Teil des Seminars erhalten die Teilnehmenden Raum zum kreativen Ausprobieren, indem ihnen ein bereits programmiertes Videospiel zur Verfügung gestellt wird. Ziel ist es, praxisorientierte Zugänge zu eröffnen, die kreative Medienarbeit mit künstlerischen und musikalischen Lernprozessen verbinden und zugleich digitale Kompetenzen fördern.
Exkursion
Fächerübergreifende Zugänge zu Kunstwerken im Museum Ludwig
Das Museum Ludwig Köln zählt zu den international bedeutendsten Museen moderner und zeitgenössischer Kunst. Im Zentrum unseres Museumsbesuchs stehen aktivierende Bildzugänge zu ausgewählten Kunstwerken. Wir konzentrieren uns auf eine begrenzte Werkauswahl zugunsten von Tiefgang, Partizipation und Teilnehmer:innenorientierung und erproben gemeinsam unterschiedliche fächerverbindende Bildzugangsmethoden, in denen das Zusammenspiel zwischen Kunst und Musik deutlich wird.
Gemeinsames Abendessen
Samstag, 10. Oktober
9.00 Uhr
Jürgen Oberschmidt
Das Künstlerische in den Schulfächern Musik, Kunst und Darstellendes Spiel: Ausblicke auf einen Musikunterricht zwischen musikalischer Praxis, Reflexion und Performanz
Die künstlerischen Schulfächer Musik, Kunst und Darstellendes Spiel verbindet der Anspruch, ästhetische Erfahrungsräume zu eröffnen und kreative Prozesse zu ermöglichen. Zugleich haben sich die Fächer historisch aus unterschiedlichen Traditionen entwickelt: Während der Musikunterricht lange zwischen Werkorientierung und musikalischer Praxis vermittelt, ist das Fach Kunst stärker von kreativen Gestaltungsprozessen als von kunstwissenschaftlicher Reflexion geprägt. Das Darstellende Spiel wiederum entstand aus theaterpädagogischen und performativen Ansätzen der Reformpädagogik und betont Körperlichkeit, Szene und soziale Interaktion. Trotz gemeinsamer Bezugnahmen existieren daher unterschiedliche Verständnisse dessen, was das „Künstlerische“ im schulischen Kontext alles bedeuten kann. Der Beitrag nimmt die Anregungen der Tagung, aber auch die Spannungen und Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Fachtraditionen zum Anlass, um vor diesem Hintergrund zu diskutieren, ob das Künstlerische im institutionellen Rahmen notwendigerweise transformiert werden muss oder ob Musikunterricht selbst als künstlerische Praxis verstanden werden kann.
Abschlussgespräch
Seminarausbildung konkret, Eindrücke der Tagung und Ausblick
Diskussionen zum Thema der Tagung, aber auch Raum für aktuelle Beiträge, Fragestellungen und Impulse aus dem Kreis der Teilnehmenden. Für die Planung ist es hilfreich, wenn solche Anstöße im Vorfeld an die Organisator:innen herangetragen werden.
13.00 Uhr
Ende der Tagung
Anmeldung und Tagungsgebühr
Die Anmeldung erfolgt online über den nachstehenden Link auf der BMU-Website.
Anmeldeschluss: 1. September 2026
Anmeldung: hier klicken
Nach Erhalt einer Anmeldebestätigung seitens der BMU-Bundesgeschäftsstelle ist die Tagungsgebühr zu überweisen (BMU-Mitglieder 50 €, Nichtmitglieder 80 €). Die Bankverbindung teilen wir in der schriftlichen Anmeldebestätigung mit.
Referent:innen
Denise Böer Saraiva (Köln)
Stephanie Buyken-Hölker (Köln)
Sabine Hoene (Lübeck)
Prof. Dr. Anne Niessen (Köln)
Olaf Menke (Köln)
Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt (Heidelberg)
Prof. Dr. Christine Stöger (Köln)
Dr. Christiane Strucken-Paland (Köln)
Martina Thomas (Köln)
Lena Sefrin (Mannheim)
Prof. Dr. Corinna Vogel (Köln)
Niklas van der Ven (Köln)
Leitung und Organisation
Sabine Hoene (Lübeck), Prof. Dr. Anne Niessen (Köln), Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt (Heidelberg), Prof. Dr. Christine Stöger (Köln), Martina Thomas (Köln)
Unterbringung
Vorschläge:
• Classik Hotel Antonius
• Buchholz Downtown Hotel Köln
• Hotel Domstern, Domstraße 26
• Hotel Domspitzen
Weitere Möglichkeiten finden sich auf der Website der Stadt Köln
Tagungsbeginn und -Ort
Tagungsbeginn ist Donnerstag, 08. Oktober 2026, 14:00 Uhr.
Die Tagung endet am Samstag, 10. Oktober 2026, um 13:00 Uhr.
Tagungsort ist der Kammermusiksaal der "Hochschule für Musik und Tanz Köln", Unter Krahnenbäumen 87, 50668 Köln.
Veranstalter
Die Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung des Bundesverbands Musikunterricht mit der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Kontakt
Bundesverband Musikunterricht e.V. Bundesgeschäftsstelle
Weihergarten 5
55116 Mainz
ansgar.menze.xxx@keinSpam.bmu-musik.de
Tel: 06131-234049