Herzlich willkommen beim Bundesverband Musikunterricht

Unsere Botschafter:innen für musikalische Bildung an Schulen

Katja Wildermuth

Intendantin des Bayerischen Rundfunks

"Ohne Musik wäre die Welt ärmer. Ohne Musikunterricht auch. Durch Musik können Kinder wachsen. Deren soziale und geistige Entwicklung werden gefördert. Musikunterricht verbindet und schafft ein Gemeinschaftsgefühl..."

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Zum Portrait und weiteren Botschafter:innen für musikalische Bildung an Schulen

Neues aus dem BMU

Presseerklärung zu Plänen, Musik zugunsten anderer Fächer zu kürzen

In einigen Bundesländern wird derzeit darüber nachgedacht, auf den letzten Pisa-Schock mit einer Ausweitung von Deutsch und Mathematik in der Grundschule zu reagieren - und dafür Stunden in Musik, Kunst, Sport, Englisch oder Sachunterricht zu kürzen.

Jürgen Oberschmidt, Präsident des Bundesverbandes Musikunterricht, kritisiert: „Es wird verkannt, dass die künstlerischen Fächer einen Bildungswert an sich haben. Sie ermöglichen besondere Welt- und Selbsterfahrungen, die anderswo nicht möglich sind. So tragen gerade Kunst und Musik zur umfassenden Persönlichkeitsbildung bei. Die besondere Bedeutung dieser Fächer für die sprachliche Entwicklung und die soziale Integration wird einfach negiert.“

Georg Biegholdt: „Eine Ganztagsschule, die ihren Namen verdient, macht nicht vormittags herkömmlichen Unterricht in sogenannten Kernfächern und nachmittags ein bisschen Sport und Musik nach dem Zufallsprinzip. Stattdessen strebt sie ein integratives Konzept an, in dem alle Bildungsbereiche ihren Wert und ihren Platz haben, ohne sich gegenseitig aufzurechnen oder zu behindern."

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Spitzen von BMU und VdM beraten über aktuelle Herausforderungen bei der musikalischen Bildung

Am 12. und 13. Januar trafen sich in der Leipziger Musikschule "Johann Sebastian Bach" die Spitzen der beiden größten musikpädagogischen Verbände Deutschlands, Verband Deutscher Musikschulen und Bundesverband Musikunterricht, um über aktuelle Herausforderungen in der musikalischen Bildung zu beraten.

Ein Ergebnis ist die „Leipziger Erklärung“, in der die beiden Verbände auf den dramatischen Nachwuchsmangel in musikpädagogischen Berufen aufmerksam machen und einen gesellschaftlichen Diskurs darüber fordern, welchen Stellenwert musikalische Bildung in unserer Gesellschaft haben soll und wie dieser gesichert werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Gestaltung des verbindlichen Ganztags in den Grundschulen ab 2026. Um darin qualitativ hochwertige musikalische Angebote zu etablieren, bedarf es einer Zusammenarbeit insbesondere mit den Musikschulen. Diskutiert wurden sowohl inhaltliche als auch organisatorische Aspekte. Beide Verbände bieten an, schon jetzt Schulen und Schulträger zu beraten, wie Musikunterricht und individuelle musikalische Angebote so miteinander vernetzt werden können, dass sie allen Kindern eine angemessene musikalische Bildung und damit kulturelle Teilhabe ermöglichen.

Auf dem Bild v.l.n.r: Sabine Hoene (Vorstand des BMU), Jürgen Oberschmidt (Präsident des BMU), Matthias Deichstetter (stellv. Vorsitzender des VdM), Heiko Vogel (Landesvorstand Sachsen des BMU), Georg Biegholdt (Präsident des BMU), Matthais Pannes (Geschäftsführer des VdM), Friedrich-Koh Dolge (Vorsitzender des VdM). Nicht im Bild: Gastgeber Matthias Wiedemann, der Leiter der Leipziger Musikschule, der dieses Foto machte.

 

Grüße zu Weihnachten & zum neuen Jahr

Arbeitskreis Musikalische Bildung an beruflichen Schulen gegründet

Ab jetzt regelmäßige Treffen für alle Interessierten im Onlineformat

Im Rahmen eines Online Treffens tauschten sich unter der Leitung von Sabine Hoene und Jürgen Oberschmidt interessierte Musiklehrer:innen an beruflichen Schulen zu aktuellen inhaltlichen und fachpolitischen Fragen, die sich aus ihren Arbeitsfeldern ergeben, aus.

Im besonderen Fokus stand dabei die musikalische Ausbildung von Erzieher:innen, die mit Blick auf das besondere Potenzial der Musik für die frühkindliche Entwicklung gestärkt werden muss: In allen Bildungsplänen der Bundesländer für die frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen wird die Bedeutung der Musik hervorgehoben, während in den Lehrplänen der Fachschulen für die Erzieher:innenausbildung Musik als Unterrichtsfach häufig nicht mehr vorkommt und in allgemeinen Kompetenzbeschreibungen untergeht. Allein aus dieser Schieflage ergibt sich ein akuter politischer Handlungsbedarf. Der BMU wird sich für die musikalische Bildung in dieser wichtigen Lebensphase einsetzen!

Die Mitglieder des Arbeitskreises werden sich regelmäßig im Onlineformat treffen und bereiten einen intensiven Austausch im Rahmen des Bundeskongresses in Kassel vor. Alle, die sich für diesen Austausch interessieren, sind zu diesen Treffen herzlich eingeladen.

Weitere Infos und Kontakt über die Bundesgeschäftsstelle. Die Pressemitteilung finden Sie hier.

Die Preisträger im neuen Wettbewerb „Schulorchester stärken“ des Bundesverbandes Musikunterricht (BMU) und der Deutschen Orchester-Stiftung (DO-S) stehen fest.

Von den acht Finalisten wurden drei Schulen für einen Haupt- und zwei Förderpreise ausgewählt.

Die Jury wählte folgende Schulen:

Der mit 4.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an das Gymnasium Süderelbe in Hamburg.
Der 1. Förderpreis über 1.500 Euro geht an die Gesamtschule Kierspe (NRW).
Mit dem 2. Förderpreis und 1.000 Euro wird das Kooperationsprojekt der Grundschule und Lahntalschule in Biedenkopf (Hessen) gewürdigt.

Meldung auf ndr.de

Meldung auf wdr.de

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SchMAus-Wochenende in Detmold

Schulmusikaustausch in Detmold

Am vergangenen Wochenende fand der SchulMusikAustausch (kurz SchMAus) in Detmold statt.
Unter den zahlreichen Workshops, die angeboten wurden, waren beispielsweise „Kooperatives Improvisieren am iPad“ von Michael Knarr oder „Klassische Musikaufnahme mit Smartphones“ von Jasper Klein.
Auch ein breites Angebot an studentischen AGs von „Neue Musik im Musikunterricht“ unter der Leitung von Eva Donner und Maren Gubernator über „Klassenmusizieren mit Keyboards“ unter der Leitung von Johannes Hofmann und Julia Wilhelm bis zum „Nerdkreis Musikpädagogik“ unter der Leitung von Florian Öttl und Joline Richter hat das Orga-Team in Detmold aufgestellt.

Der fachliche Input wurde ergänzt durch spontanes Musizieren auch in den Pausen, eine Jam-Session am Samstagabend, die Erkundung der Stadt sowie das Knüpfen von Freundschaften.

Wir bedanken uns bei dem Orga-Team in Detmold unter der Leitung von Julia Löffler und freuen uns auf den nächsten SchulMusikAustausch in Mannheim vom 24.5. bis 26.5.2024.

Im Namen des JFM des BMU - Julia Wilhelm

 

Wettbewerb „Schulorchester stärken“ geht ins Finale

Im neuen Wettbewerb „Schulorchester stärken“ gehen bundesweit acht Schulorchester ins Finale. Mit dem Wettbewerb würdigen der Bundesverband Musikunterricht und die Deutsche Orchester-Stiftung  die wichtige Arbeit von Schulorchestern. Aus über 40 Bewerbungen ermittelte die Jury eine Shortlist mit acht Finalisten. Aus diesem Kreis wird die Jury bis zum 1. Dezember den Hauptpreis in Höhe von 4.000 Euro sowie zwei Förderpreise in Höhe von 1.500 und 1.000 Euro vergeben.

Georg Biegholdt, Präsident des Bundesverbands Musikunterricht, sagt: „Es ist eine Freude zu sehen, wie Musiklehrerinnen und Musiklehrer an den Schulen beeindruckende Orchesterarbeit leisten - trotz widriger Umstände wie Coronanachwirkungen oder Lehrkräftemangel. Besonders beeindruckt hat mich, dass eine Reihe von Schulen effektiv Wege findet, um auch Kindern und Jugendlichen das Orchesterspiel zu ermöglichen, die aufgrund ihrer Herkunft sonst kaum die Gelegenheit dazu bekommen würden. Was das für die Persönlichkeitsentwicklung ausmacht, kann man gar nicht hoch genug schätzen.“

Andreas Bausdorf, Geschäftsführer der Deutschen Orchester-Stiftung, meint: „Die Schulorchester sind für die instrumentale Ausbildung von Kindern und Jugendlichen von überragender Bedeutung. Oftmals eröffnen sie Kindern und Jugendlichen völlig neue musikalische Erfahrungen. Diese wichtige Arbeit wollen wir mit der Vergabe des neuen Preises unterstützen und gleichzeitig unsere Wertschätzung gegenüber den vielen Musiklehrerinnen und Musiklehrern ausdrücken, die sich täglich für den Fortbestand und die Weiterentwicklung der musikalischen Strukturen an ihren Schulen engagieren.“

Pressemitteilung

 

Fachleiter:innen-Tagung in Detmold erfolgreich zuende gegangen

Von Videospielen zu neuen Musikunterrichtskonzepten

Unter reger Beteiligung fand vom 9. bis 11. November 2023 in Detmold die 19. BMU-Tagung für Fach­seminar­leiter:innen und Fachberater:innen Musik statt. In Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Detmold debattierten die Teilnehmer unter dem Motto “Künstlerisch, kreativ, kompetent?” das Für-und-Wider zum Einsatz von digitalen Medien.

Die Auseinandersetzung und praktische Erprobung von Computer- und Videospielmusiken bildeten einen Tagungs­schwer­punkt. Es kamen aber auch Frage­stellungen zum Tragen, mit diesem Wissen neue Genres für den Musikunterricht zu erschließen. Impulsvorträge, Diskussionsrunden und workshops steuerten bei: Michael Knarr (Lübeck), Prof. David Marlow (Detmold), Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt (Heidelberg), Prof. Dr. Malte Sachsse (Detmold), Prof. Dr. Johannes Voit (Bielefeld) und Martin Wiese (Detmold).

Die nächste Fachleitertagung ist für 2025 geplant. Impressionen zur Tagung in Detmold finden Sie hier.

 

Verdrängt Pflichtfach Informatik den Hamburger Musikunterricht?

Stellungnahme des BMU Hamburg zur Ankündigung der Behörde

Nachdem bereits im Jahr 2022 die Einführung des Pflichtfaches Informatik die Befürchtung aufkommen ließ, dass die dafür benötigten Unterrichtsstunden zu Lasten der ästhetischen Fächer gehen würden, haben die drei Fachverbände Kunst-, Musik- und Theaterunterricht bereits damals reagiert und an Senator Rabe geschrieben.
Die Ankündigung vom 10. Oktober 2023, dass zur Umsetzung nur ein minimaler Eingriff in die Stundentafel notwendig sei, erweist sich bei näherer Betrachtung als problematisch. Der BMU Hamburg hat dazu eine Stellungnahme verfasst, um diese Probleme in den öffentlichen Diskurs einzubringen.

 

BMU-Medienpreis 2024 ausgeschrieben

Der Bundesverband Musikunterricht e. V. (BMU) schreibt zum dreizehnten Mal einen Medienpreis für innovative und musikpädagogisch anspruchsvolle Medienproduktionen im Bereich audiovisueller Medien und plattformübergreifender Medien einschließlich Internet aus, die Kindern und Jugendlichen auf besonders ansprechende Weise Zugänge zu Musik eröffnen und im schulischen Kontext musikpädagogisch eingesetzt werden können.

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In Hamburg liegen Entwürfe für Bildungspläne in Stadtteilschule und Gymnasium vor

Der BMU Hamburg und der Landesmusikrat Hamburg haben dazu Stellung bezogen.
Entwürfe der Bildungspläne
Stellungnahme des BMU Hamburg
Stellungnahme des Landesmusikrates Hamburg

 

Norddeutscher Landeskongress für 01. und 02. März 2024 in Hannover geplant

Der BMU Niedersachsen und der VDS Niedersachsen bereiten - in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden Hamburg und Bremen des BMU sowie dem Institut für Musikpädagogische Forschung der HMTM Hannover - einen gemeinsamen Landeskongress unter dem Motto "Musik gemeinsam erleben" vor. In Workshops, Vorträgen und Gesprächsrunden sollen innovative Unterrichtsangebote sowie Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert werden.

 

Musikforum des DMR zur Initiative #SchuleNeuDenken: mehr Musik!

Am 11. Oktober 2023 fand unter der Leitung von DMR Generalsekretär Prof. Christian Höppner die dritte „Musikforums“-Ausgabe zur Initiative #SchuleNeuDenken: mehr Musik! mit Expertinnen und Experten (darunter die beiden Präsidenten des BMU) aus dem Bildungsbereich statt. Diskutiert wurde dieses Mal vertieft über musikalische Bildung an allgemeinbildenden Schulen. Dabei ging es insbesondere um Wege, den gravierenden Lehrkräftemangel zu reduzieren, um das Problem der Undurchlässigkeit von Studiengängen und die mangelnde Attraktivität des Berufs Lehrer:in. Die Erkenntnisse und Ergebnisse des Austauschs werden in die weitere musikpolitische Arbeit des Deutschen Musikrates zur musikalischen Bildung einfließen.

 

Neuer Vorstand im Saarland - Dank an bisherigen Präsidenten Christian Rolle

Auch im Saarland erfolgte ein Wechsel an der Spitze des Präsidiums des Landesverbandes: Eva Kieser löst als Präsidentin Christian Rolle ab, der 16 Jahre dem Landesverband des VDS und später des BMU vorstand. Vielen Dank an Christian Rolle und alles Gute dem neuen Vorstand.

 

Vorstandswechsel im Landesverband BaWü: Tilman Heiland und Peter Joas für langjähriges Wirken gedankt

Im Rahmen des diesjährigen Landeskongresses Musikpädagogik fand am Freitag, 29.9.2023, dem zweijährigen Turnus gemäß, die Mitgliederversammlung des BMU Baden-Württemberg statt.

Hierbei wurden zwei langjährige Vorstandsmitglieder verabschiedet und geehrt:

  • Tilman Heiland, bisheriger Präsident des BMU BW, der zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde
  • Peter Joas, bisheriger Geschäftsführer des BMU BW, der zum Ehrenmitglied ernannt wurde

Künftig führen Georg Brunner (Präsident) und Birgit Hannig-Waag (Präsidentin) den Landesverband. Dem gesamten neuen Vorstand herzliche Glückwünsche und viele Erfolg!

 

Schulen musizieren 2025 terminiert

Die 22. Bundesbegegnung Schulen musizieren wird vom 19. bis zum 22. Juni 2025 in Weimar & Erfurt stattfinden. Der Landesverband Thüringen freut sich darauf, erstmals Gastgeber dieses bundesweiten Schulmusikfestivals zu sein. Die letzte Bundesbegegnung fand vom 18. bis 21. Juni 2023 in Würzburg statt.

SchMAus im BMU

Seit dem Sommer dieses Jahres ist der BMU um ein wichtiges Stück gewachsen: Die studentische Initiative SchMAus hat sich dem Verband angeschlossen, um eine enge Zusammenarbeit zu pflegen. Herzlich willkommen im BMU!

SchMAus steht für SchulMusikAustausch und ist ein Zusammenschluss von Studierenden des Lehramts Musik aus ganz Deutschland. Jedes Semester organisiert SchMAus ein mehrtägiges bundesweites Treffen, bei dem sich Studierende über ihr Studium austauschen und sich miteinander vernetzen. Dazu gibt es Workshops, die von Dozierenden geleitet werden, außerdem AGs, die von Studierenden angeboten werden. In den vergangenen Semestern waren die Musikhochschulen in Würzburg, Essen, Hamburg und München bereits Gastgeberinnen der SchMAus-Treffen. Das kommende Treffen findet vom 24. bis 26. November an der Musikhochschule in Detmold statt. Die Anmeldung ist hier möglich: www.schulmusikaustausch.de/nachstes-treffen

SchMAus ist zukünftig ein eigener Teil des BMU, der sich innerhalb des Jungen Forums Musikunterricht (JFM) vernetzt. Als Mitglied des BMU-Bundesvorstands sowie als Aktive bei SchMAus bildet Julia Wilhelm das zentrale Bindeglied für die entstehende Zusammenarbeit.

Weitere Informationen zu SchMAus

13. BMU-Teamwork-Wettbewerb ausgeschrieben

Für den 13. BMU-Wettbewerb teamwork! neue Musik (er)finden 2024 haben Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, im Team, im Musikkurs oder als gesamte Klasse mit Musik zu experimentieren, um aus Klängen, Geräuschen, mit der Stimme oder mit Instrumenten aller Art etwas Neues entstehen zu lassen. Bis zum 31. Mai 2024 haben die Gruppen die Möglichkeit, ihre Neukomposition beim Bundesverband einzureichen...

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Nachruf auf Anne Kern

Der BMU Baden-Württemberg trauert um Anne Kern, die über viele Jahre aktiv in der Verbandsarbeit mitgewirkt hat und am 19. Juli im Alter von 75 Jahren verstorben ist...

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19. BMU-TAGUNG für Fachseminarleiter:innen und Fachberater:innen Musik in Zusammenarbeit mit der HfM Detmold

Die 19. BMU-TAGUNG für Fachseminarleiter:innen und Fachberater:innen Musik findet in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Detmold vom 9. bis 11. Novmber ebendort statt. Leitung und Organisation liegen in den Händen von Klaus Ernst (Detmold), Sabine Hoene (Lübeck), Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt (Heidelberg) und Prof. Dr. Malte Sachsse (Detmold).

Alle Infos hierzu finden Sie auf dieser Homepage unter Fachleitertagung.

Anmelden können Sie sich unter Präsenzkurse oder direkt hier.

Die Ausschreibung inklusive dem Programm und Hotelinfos zum Download.

BMU in der Sendung "Tonart" von DLF-Kultur zum Musiklehrer:innenmangel

Bundesverband Musikunterricht und 15 weitere Fachverbände fordern von Politik deutlich mehr Engagement bei Lehrkräftefortbildung

Mainz, 22.06.2023 – der BMU und 15 weitere Fachverbände drängen darauf, die Fortbildung von Lehrkräften verstärkt in den Fokus zu nehmen. Dies ist ein zentrales Ergebnis eines vom Deutschen Philologenverband kürzlich organisierten Runden Tischs.

Die Präsidenten des BMU, Dr. Georg Biegholdt und Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt erklären: "Musikunterricht wird insbesondere an Grundschulen und im Sekundarbereich deutschlandweit immer mehr von fachfremden Lehrpersonen erteilt. Gerade im Fach Musik müssten hier in einem qualifizierten Unterricht die wichtigen Grundlagen für den späteren Bildungsverlauf gelegt werden. Flächendeckende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gibt es jedoch nicht. Ein Recht auf qualifizierte Bildung - und damit auch auf musikalische Bildung - haben jedoch alle Schülerinnen und Schüler in allen Bundesländern."

Gemeinsam mit den anderen Fachverbänden fordert der Bundesverband Musikunterricht für die LFB grundsätzlich mehr Zeit, Raum, Geld und Kompetenz. In den Schulgesetzen aller Bundesländer wird die Bedeutung der LFB zwar unterstrichen. Um beurteilen zu können, wie ernst es Bildungspolitik und -administration mit der LFB meinen, fehlt es aber – mit wenigen Ausnahmen – an Information und Transparenz: Es gibt kaum regelmäßige, öffentliche und auf zielführenden, vereinbarten Kriterien beruhende Berichterstattung über Effekte, Formate, Angebote, Nachfragen, Teilnehmende und Kosten der LFB – sowohl auf Landesebene (bei wenigen Ausnahmen) als auch länderübergreifend. Einer Bestandsaufnahme von 2019 nach haben die Länder im Schnitt pro Jahr und Vollzeit-Lehrerstelle ca. 173€ ausgegeben, privatwirtschaftliche Unternehmen durchschnittlich zwischen 423€ und 561€.

Bei einer Umfrage des Deutschen Philologenverbands im April 2022 unter knapp 3000 Teilnehmenden hatten mehr als 60 Prozent der befragten Lehrkräfte an Gymnasien angegeben, dass zu wenige Fach-Fortbildungen in Präsenz angeboten würden.

Hieraus ergeben sich unsere Forderungen an die Kultusministerien und die Kultusministerkonferenz (KMK):

  • Aufnahme der LFB in die Gesamtstrategie der KMK zum Bildungsmonitoring
  • Herstellung von Transparenz und Vergleichbarkeit durch regelhafte Berichterstattung nach definierten Kriterien
  • Systematische Erfassung des Fortbildungsbedarfs durch gezielte Befragung der Lehrerschaft und Nutzung vorhandener Daten wie der schulischen Fortbildungspläne
  • Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung: u.a.stärkere Beteiligung der 3. Phase an der Qualitätsoffensive Lehrerbildung
  • Länderübergreifende Kooperation, z.B. bei der Entwicklung nachhaltiger Formate und aussagekräftiger Evaluationsverfahren

Am Runden Tisch des Deutschen Philologenverbands haben folgende Fachverbände teilgenommen:

Bundesverband der katholischen Religionslehrer und -lehrerinnen an Gymnasien

Bundesverband Musikunterricht

Dachverband der Geowissenschaften

Deutsche Physikalische Gesellschaft

Deutsche Vereinigung für Politische Bildung

Deutscher Altphilologenverband

Deutscher Germanistenverband

Deutscher Spanischlehrkräfteverband

Fachverband Philosophie

Gesamtverband Moderne Fremdsprachen

Gesellschaft Deutscher Chemiker

Gesellschaft für Informatik

Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland

Verband Deutscher Schulgeographen

Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer

Pressemitteilung

21. Bundesbegegnung Schulen musizieren war ein wunderbares Ereignis

Das Musikfestival der Schulen vom 15. bis 18. Juni 2023 in Würzburg erfolgreich abgeschlossen

Unter der Schirmherrschaft des Bayrischen Staatministers für Unterricht und Kultur, Prof. Dr. Michael Piazolo, fand vom 15. bis 18. Juni die 21. Ausgabe der Bundesbegegnung "Schulen musizieren" in Würzburg statt.

Zum Programm

Wo alljährlich beim Mozartfest die internationale Künstlerexzellenz ihre Aufwartung macht, zeigten im Juni Schulensembles aus dem gesamten Bundesgebiet, dass sie nichts an Frische und Unmittelbarkeit verloren haben – trotz der coronabedingten Zwangspause, die 2021 zur Absage der Bundesbegegnung in Bamberg führte. (In diese hoffnungsvolle Richtung weist zumindest die positive Stimmung bei den vertretenen Ensembles.)

Jetzt trafen paar Main-Kilometer abwärts bei der Neuauflage von "Schulen musizieren" insgesamt 14 bundesdeutsche Klangkörper mit knapp 380 Schülerinnen und Schüler auf fast ebenso viele Musiker aus Würzburg, Schweinfurt und Umgebung. Zusammen präsentierten sie in einem Drei-Tage-Non-Stopp-Programm auf dem Unteren Markt so ziemlich alle Genres und Facetten der Schulmusik: von Gitarren- und Bläserensembles bis zu ausgewachsenen Chor- und Orchesterformationen, vom Berliner Grundschul-Orchester bis zur Oberstufen-Rockband aus Bremen.

Gleich das Opening am Donnerstagabend mit Bands aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und der benachbarten Jakob-Stoll-Realschule fand im angesagten Kulturkeller Z87 des alten Würzburger Bürgerbräu statt. Als Orte der großen Begegnungskonzerte luden die Augustinerkirche und der renommierte Konzertsaal der Musikhochschule zum Dabeisein ein. Am Freitagmorgen fanden in den Partnerschule etliche Workshops und Schulkonzerte mit den Ensembes aus Würzburg, Schweinfurt, Marktbreit und Gemünden statt.

Mit Blick auf die Festung und die Rebenhänge sowie nach etlichen Main-Überquerungen (die Jugendherberge liegt vis-à-vis der weltberühmten alten Mainbrücke) wurden die Ensembles dann am Sonntagvormittag mit einem ‚Farewell-Frühschoppen-Konzert‘ auf der Hauptbühne verabschiedet.

Finanziell gefördert wurde das Festival vom Bayrischen Staatministerium für Unterricht und Kultus, der Stadt Würzburg, dem Unterbezirk Franken sowie der Sparkassenstiftung für Würzburg. Das Musikhaus Deußer stellte technisches Equipment und Instrumente zur Verfügung. Wir sagen herzlich Danke!

Den Musikunterricht sichern - neue Position des BMU veröffentlicht

Anlässlich des Festivals "Schulen musizieren" hat der BMU seine Position zum Umgang mit dem Musiklehrer:innenmangel der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie versteht sich als Unterstützung der Kultusministerien in der aktuell schwierigen Situation...

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Musiklehrer:innen-Tag auf der Buchmesse mit guter Resonanz

Vier Jahre sind vergangen seit der letzten Buchmesse, dreimal fiel sie aus. Nun Ende April fand sie endlich wieder statt. Begleitet wird die Buchmesse traditionell vom bedeutendsten Lesefestival Europas „Leipzig liest“ mit insgesamt über 3000 Veranstaltungen auf der Messe und in der gesamten Stadt. 28 davon waren Teil des am 28. April stattgefundenen Musiklehrer:innen-Tages, einer Kooperation der Leipziger Buchmesse, des BMU und des Senders MDR Klassik. Unter dem Motto Zukunft Musikunterricht gab es Workshops zu aktuellen musikpädagogischen Themen, Vorstellungen von neuen Publikationen und zwei Podiumsgespräche.

Im Podiumsgespräch zum Thema diskutierte Andreas Kolb von der neuen musikzeitung (nmz) mit Christiane Hein (Oberschullehrerin aus Dresden) und Jürgen Oberschmidt (Lehrerbildner aus Heidelberg, kurzfristig eingesprungen für den leider erkrankten Uli Frefat aus  Erfurt) sowie Birgit Jeschonneck (Grundschullehrerin aus Kassel) darüber, wie es denn nach den Rückschlägen in der Corona-Pandemie weitergehen könnte und sollte mit dem Musikunterricht.

Ein zweites Podiumsgespräch stellte die in den Mittelpunkt, um die es eigentlich geht: die Schülerinnen und Schüler. Moderator Georg Biegholdt vom BMU befragte Hannah (Gymnasium), Elias (Oberschule) und Benjamin (Leipzig-Kolleg) zu ihren Erfahrungen mit Musikunterricht, zu Kritik und Wünschen. Alle drei waren sich einig, dass es Musikunterricht unbedingt weiter geben müsse und dass Zensuren im Musikunterricht (und darüber hinaus) eigentlich nichts zu suchen hätten. Die Einschätzungen des erlebten Musikunterrichtes hingegen gingen weit auseinander: Das Spektrum reichte von großer Zufriedenheit mt einem recht partizipativen Unterricht bis zu Ablehnung und Abwahl, weil der Musikunterricht an den Schüler:innen vorbeiging. Ein insgesamt erfrischendes Gespräch, in dem die drei kein Blatt vor den Mund nahmen.

Der Stand des BMU wurde gemeinsam mit dem sächsischen Landesverband bespielt, bei dem man sich für das umfassende Engagement nur ausdrücklich bedanken kann. Vier Tage Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, mit Musiklehrenden aller Schularten, mit Mitgliedern des BMU und solchen, die es vielleicht bald werden wollen, mit Jugendlichen, die darüber nachdenken, Musiklehrerin oder Musiklehrer zu werden. Oft erwies sich der Stand als zu klein, sodass sich davor eine Gesprächstraube bildete. Cajones luden dazu ein, selbst ein wenig Musik zu machen.

Ausdrücklich bedanken möchte sich der Bundesverband Musikunterricht bei Daniela Kobe von der Leipziger Buchmesse, die die Zusammenarbeit wunderbar organisierte und die meiste Verantwortung für das Gelingen des Musiklehrer:innen-Tages trug, und bei Andreas Kolb von der nmz, der für den ConBrio-Verlag weitere Podiumsdiskussionen auch zu musikpädagogischen Themen organisierte. Auch diese Zusammenarbeit war ausgesprochen erfreulich.

Schulmusikaustausch (SchMAus) von Studierenden vom 09. bis 11. Juni in München

Eingeladen sind alle, die Lehramt Musik studieren - alle Schularten - egal ob Haupt- oder Nebefach (wo das unterschieden wird)

  • Workshops von Dozierenden der Hochschule für Musik und Theater München
  • Arbeitsgruppen (AGs) von Studierenden für Studierende
  • Sightseeing in München
  • Übernachtung in Gast-WGs
  • Ausblick auf zukünftige Pläne und Aktionen von SchMAus
  • Anmeldeschluss: 14.05.2023
  • Die Teilnahmegebühr beträgt 20€.

Plakat     Anmeldung     Über SchMAus

Neue Landesvorstände gewählt

Turnusgemäß stehen in den meisten Landesverbänden in diesem Jahr Vorstandswahlen an.

Im Landesverband Nordrhein-Westfalen wurde der langjährige Vorsitzende des VDS NRW und Präsident des BMU NRW, Prof. Dr. Walter Lindenbaum verasbschiedet. Walter Lindenbaum war zeitweilig auch auf Bundesvorstandsebene tätig. Auch von der Bundesseite ganz herzlichen Dank für das jahrzehntelange Wirken für den Musikunterricht! Abgelöst wurde er von Prof. Dr. Bernd Clausen, Musikpädagoge an der Uni Siegen. Mehr lesen...

Auch im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern stand ein Wechsel an, da Daniela Albrecht-Frommann und Anita  Bergt nicht mehr zur Wahl standen. Auch an Sie einen herzlichen Dank für ihr Wirken, ist das Vereinsleben in einem eher dünn besiedelten Flächenland ja schwer am Laufen zu halten. Daniela Albrecht-Frommanns Nachfolger als Präsident:innen des Landesverbandes sind Dr. Maximilian Piotraschke und Stefanie Schliebe. Mehr lesen...

Die früheren Landesvorsitzenden von AfS und VDS, Dorothee Graefe-Hessler und Volkhard Stahl haben seit dem Zusammeschluss der Verbände 2014 den Landesverband Hessen geleitet. Dorothee Graefe Hessler wechselte schon vor einiger Zeit an die Spitze des Landesmusikrates, nun hat auch Volkhard Stahl, der ebenfalls zeitweilig auch auf Bundesvorstandsebene tätig war, den Staffelstab weitergegeben. An beide noch einmal ein großes Dankeschön für die langjährige Tätigkeit für die Belange der Schulmusik. Der Landesverband Hessen wird wieder von einer Doppelspitze geführt: Präsidentin Prof. Dr. Katharina Schilling-Sandvoß, Musikpädagogin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, und Präsident Thomas Spahn, Lehrer an der Musterschule Frankfurt. Mehr lesen...

Allen Neugewählten Vorständen wünschen wir alles Gute für Ihre Arbeit!

Programm zum Musiklehrer:innen-Tag auf der Leipziger Buchmesse steht

Am 28.04.2023 findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse der Musiklehrer:innen-Tag statt, ein Kooperationsprojekt der Buchmesse mit dem Bundesverband Musikunterricht und mdr-Klassik.

Programm des Musiklehrer:innen-Tages

Deutscher Musikrat startet Offensive #SchuleNeuDenken: mehr Musik!

Das Präsidium des Deutschen Musikrates hat in seiner Sitzung am 10. März 2023 die Stellungnahme #SchuleNeuDenken: mehr Musik! verabschiedet. Darin werden in fünf zentralen Feldern die grundlegenden Stellschrauben für eine bessere musikalische Bildung identifiziert.

Mit der Stellungnahme startet der Deutsche Musikrat zugleich auch eine Informations-, Diskussions- und Vernetzungsoffensive zum Thema musikalische Bildung. Unter anderem werden im Rahmen des Austauschformats „Musikforum“ in den nächsten Wochen die Kernbereiche der Stellungnahme mit Expertinnen und Experten aus der Bildungs- und Kulturpolitik, der Verbändelandschaft und der Wissenschaft diskutiert und gemeinsame Handlungsansätze angestoßen.

HR2-Beitrag mit Katharina Schilling-Sandvoß und Katrin Streb vom hessischen Landesvorstand des BMU

Weitsprung, Singen, Bilder malen – Talent benoten, oder nicht? Sendung des DLF vom 11.02.23 u.a. mit Jürgen Oberschmidt, Präsident des BMU

Nach Helmut Holters Vorstoß, von ihm so genannte "Talentfächer" nicht mehr mit Noten bewerten zu wollen, widmete der Deutschlandfunk seine "Campus und Karriere"-Sendung vom 11.02.23 um 14.05 Uhr diesem Thema.

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Mehrarbeit und Achtsamkeitstraining? - Empfehlungen der KMK zum Umgang mit dem akuten Lehrkräftemangel gleichen einer Bankrotterklärung

Die Ständige wissenschaftliche Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz betont auch in Zeiten des Lehrer:innenmangels, dass der Normalfall bleiben muss, dass Lehrerbildung Akademische Bildung ist und entsprechend in die Hand von Hochschulen und Universitäten gehört. Dem ist nur zuzustimmen.

Wo es jedoch um eine Veränderung der Praxis geht, muss eine ausschließlich aus Wissenschaftler:innen zusammengesetzte Kommission zwangsläufig scheitern. Manches stößt hier auf Unverständnis, etwa wenn gefordert wird, Klassenfrequenzen zu erhöhen, wo bislang Maximalfrequenzen aus nicht belegten Gründen unterschritten werden. Das wird doch schon seit Jahren getan. Und während die Ausweitung von Selbstlernzeiten ausführlich mit Studien begründet wird, kann für den ebenfalls vorgeschlagenen Hybridunterricht nur konstatiert werden: Belastbare Forschungsergebnisse genau zu diesem Format stehen aus.

Auf die Lehrperson kommt es an. – Das aus der Hattie-Studie abgeleitete Mantra gilt noch immer. Doch die Wertschätzung der Lehrer:innen, die sich daraus folgerichtig ergeben müsste, ist auch Jahre später ausgeblieben.

Die Höhe der Lehrverpflichtung der Lehrer:innen stammt aus einer Zeit, als sich Lehrer:innen ganz ihrem Kerngeschäft Unterricht widmen konnten. Inzwischen sind neue Felder hinzugekommen: Individuelle Förderung und Differenzierung, Integration, Inklusion, Beratungsgespräche, Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten, besondere pädagogische Herausforderungen in sozialen Brennpunkten, Steuergruppen, dauernder Reformdruck unter dem Label Schulentwicklung, ausufernde Dokumentations- und Verwaltungstätigkeiten. Unterricht und Erziehung rücken immer mehr an den Rand der täglichen Arbeit. Vollzeitbeschäftige Lehrer:innen arbeiten heute oft weit über ein übliches Maß einer Vollzeiterwerbstätigkeit hinaus. Aus diesen Belastungserfahrungen ergibt sich die hohe Teilzeitquote. Verpflichtet man diese Menschen zur Erhöhung der Teilzeithöhe bis zur Vollbeschäftigung, leidet darunter nicht nur deren Lebens- und Berufszufriedenheit, sondern führt dies auch zu einem höheren Krankenstand. (Zu dieser Problematik sagt die SWK nichts.)

Hier geht es um mehr als um die Attraktivität des Lehrerberufes, unter den hier beschriebenen Dauerbelastungen kommt die Schule ihrem demokratischen Bildungsauftrag nicht mehr nach!   Die SWK forciert diese seit Jahren zu beobachtenden Entwicklungen, indem sie als verheißungsvollen Ausweg zur Bekämpfung des Lehrer:innenmangels vor allem weitere Mehrbelastungen für Lehrer:innen vorschlägt:

Zusätzlicher Unterricht

  • Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung
  • Abschaffung von Anrechnungsstunden (die Aufgaben sollen von anderem Personal übernommen werden)

Zusätzliche Schüler:innen

  • Klassenfrequenzen erhöhen, wo bislang Maximalfrequenzen aus nicht belegten Gründen unterschritten werden
  • eine befristete Erhöhung der maximalen Klassenfrequenz in der Sekundarstufe I

Zusätzliche Aufgaben

  • systematische Begleitung migrierter Lehrkräfte in der Berufseingangsphase
  • den in Grundschulen und der Sekundarstufe I eingesetzten Gymnasiallehrkräften
    eine feste Ansprechperson im Kollegium zuweisen
  • Anleitung von Bachelorstudierenden, die ausschließlich in Assistenzfunktionen (z. B. Betreuung einzelner Schüler:innen oder Gruppen) in der unmittelbaren Regie
    einer Lehrkraft eingesetzt werden sollen
  • Zuordnung der Lehramtsstudierenden, die Unterricht erteilen, zu einer erfahrenen Lehrkraft: gemeinsame Planung von Unterricht, wenigstens aber eine Abstimmung über den Einsatz von Aufgaben, Material und Leistungskontrollen
  • Coaching und (Gruppen)-Supervision
  • Trainings zur Klassenführung und zur Gesprächsführung

Zusätzliche Lebenszeit

  • Begrenzung von Teilzeitarbeit
  • Einschränkung von Sabbatmodellen

Dem stehen diese etwas mageren Ideen zu Entlastungen gegenüber:

  • Achtsamkeitstraining
  • eMental-Health-Angebote

Fazit: Die Lehrer:innen sollen also in größeren Klassen mehr Unterrichtsstunden erteilen und mit zusätzlichen Coaching- und Koordinierungsaufgaben belegt werden. Ihren Belastungserfahrungen begegnet man dann mit verordneten Supervisions- und Trainingsangeboten. Statt gemeinsam mit Lehrer:innen und deren Fachverbänden eine seriöse Ursachenforschung zu betreiben, wird hier ein System fortgeschrieben, dass es grundlegend zu hinterfragen gilt. Statt Fortschritt herrscht also weiterhin rasender Stillstand.

Während überall Förderangebote für die strukturelle Entwicklung ländlich geprägter Gemeinden und Dörfer geschaffen werden, fällt der folgende Vorschlag wohl endgültig aus der Zeit: „Im Interesse der Versorgung aller Schulen mit einem qualitativ hochwertigen Unterrichtsangebot bzw. gut qualifizierten Lehrkräften empfiehlt die SWK eine systematische regionale Schulentwicklungsplanung mit dem Ziel, kleinere Schulen zu größeren Einheiten zusammenzufassen. Ein entsprechendes verlässliches Transportangebot muss bereitgestellt werden.“ Wollen wir wirklich noch mehr aussterbende Dörfer ohne Schule, die unattraktiv werden für junge Familien, weil ihre Kinder ihre wertvolle Lebenszeit in Schulbussen verbringen? Zumindest an Orten, an denen es dann keine Schulen mehr gibt, ist das Problem des Lehrer:innenmangels endgültig gelöst.

(Georg Biegholdt & Jürgen Oberschmidt)

Mängelverwaltung: Das aktuell größte Problem der Schulen ist der Lehrkräftemangel. Was bedeutet das für das Fach Musik?

VAN, das Online-Magazin für klassische Musik befragte u.a. Georg Biegholdt zur Situation des Musikunterrichtes in der Grundschule. Ausgelöst wurde die Recherche durch das neueste Schulbarometer der Robert-Bosch-Stiftung sowie das Gutachten „Basale Kompetenzen vermitteln – Bildungschancen sichern. Perspektiven für die Grundschule“ der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK).

Auftakttreffen des Projektteams für Bundeskongress 2024 in Kassel

Am 16.01.23 trafen sich Mitglieder des Bundesvorstandes des BMU, Mitglieder des Landesvorstandes Hessen des BMU sowie direkt vor Ort Aktive aus Schule und Uni in Kassel (mit Zuschaltung derer, die nicht persönlich anreisen konnten), um sich ein Bild zu machen von den in Vorbereitung des Kongresses zu bewältigenden Aufgaben und den Möglichkeiten, sie auf möglichst breite Schultern zu verteilen. Hauptstandort des Kongresses, der vom 25. bis 29. September stattfindet, wird das Kongress Palais Kassel sein.

Beratung der Spitzen von BMU und VDM in Leipzig

Seit vielen Jahren treffen sich einmal im Jahr die Spitzen der beiden Verbände, um über gemeinsame Anliegen und Aktionen zu sprechen. Ursprünglich immer in Hamburg stattfindend (und daher augenzwinkernd "Hamburger Konvent" genannt), war diesmal Leipzig der Austragungsort. In dem Treffen am 12. und 13. Januar standen die Nachwuchsprobleme in den musikpädagogischen Berufen und die Weiterentwicklung der Ganztagsangebote im Mittelpunkt der Beratungen. Konkrete Verabredungen wurden getroffen und sollen in der nächsten Zeit umgesetzt werden.

Der Freitagabend wurde im Gewandhaus abgeschlossen. Hier gab die Deutsche Streicherphilharmonie des VDM anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens ein wunderbares Konzert.

Benotung in sogenannten Talentfächern abschaffen? - Erst denken, dann reden!

Eine Erkenntnis – und was daraus für Unsinn wird

Die Erkenntnis: Eine aktuelle Studie unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) hat einen Zusammenhang entdeckt zwischen einer Gengruppe (tausende Gene) und der Fähigkeit, Rhythmen, Melodien und Tonhöhen unterscheiden können.

Leipziger Volkszeitung am 17. November 2022: „Es ist das Mantra wohlmeinender Musikpädagogik: ‚Jeder kann singen!‘ Dabei lässt sich die Diskrepanz, die sich auftut zwischen dieser optimistischen Einschätzung und der Realität nur zwei Schlüsse zu: Entweder stimmt sie nicht, die Einschätzung, oder der oder die Musikpädagogin oder Musikpädagoge ist umso unfähiger, je häufiger er oder sie es behauptet. Denn die Feststellung richtet sich meist ja an solche, die sich beharrlich weigern, die eigene Sangesbegabung sich und/oder dem Pädagogen zu erschließen. Junge Menschen, denen die Liebe zur Musik auf immer durch fehlgeleitete Ermunterung vergällt wurde, und Erziehende, deren Enthusiasmus der Verbitterung bis Verbiesterung weicht, sind Folgeschäden. Doch es gibt Hoffnung. Ein internationales Forscherteam hat […] zweierlei herausgefunden: Erstens, Musikalität ist angeboren – woraus rückzuschließen wäre, dass sie es auch nicht sein kann. Und zweitens: Man kann sie messen. […] ‚Der Wert kann zuverlässig verwendet werden, um die genetischen Grundlagen individueller Unterschiede von Musikalität zu entschlüsseln‘, verspricht die Mitautorin Miriam Mosing. Und dann können sich Schülerinnen und Schüler wie Pädagogen und Pädagoginnen auf die Gene berufen und der fruchtlosen wechselseitigen Quälerei ein Ende setzen. Denn natürlich bestätigte die Forschung nur, was wir längst schon wussten: Nicht jede kann singen.“

  1. Die simple Gleichsetzung von sängerischem Können und Musikalität ist falsch.
  2. Aus „Musikalität ist angeboren“ zu schließen, sie könne es auch nicht sein, ist falsch. Das ist genauso wie mit der Intelligenz: Angeboren ist ein gewisser Grad (der durch Umwelteinflüsse nicht unerheblich verändert werden kann). Deshalb spricht die Forscherin von individuellen Unterschieden.
  3. Aus der Studie den Schluss zu ziehen, dass Menschen, die genetisch bedingt weniger musikalisch sind, nun auch nicht musikalisch gebildet werden müssen, ist zynisch und menschenverachtend.
  4. Und um das Singen aufzugreifen: Wir wissen, dass selbst Menschen, die weniger gut singen, trotzdem gern singen. Und der Autor der LVZ hat darin durchaus recht: Das darf ihnen keine verantwortungsbewusste Musiklehrperson – wie wohlmeinend auch immer – austreiben.

Tagesschau.de am 27. November 2022: „Die Studie untersucht zudem, inwiefern die Gene mit der Erziehung zusammenwirken. Es zeigte sich eine Wechselwirkung: Menschen, die eine musikalische Veranlagung haben, wuchsen auch eher in einer Umgebung auf, die Musikalität fördert. Das liege daran, dass Eltern, die auch diese genetische Veranlagung haben und sie vererben, oft ein entsprechendes musikalisches Umfeld für ihre Kinder schaffen, erläutert Mosing. Bei Kindern mit hoher genetischer Disposition zur Musikalität ist es zum Beispiel auch wahrscheinlicher, dass sie im Laufe des Lebens Musikunterricht bekommen.“

  1. Der letzte Satz ist völlig abwegig: In Deutschlands allgemeinbildenden Schulen erhalten alle Kinder, unabhängig von Elternhaus und genetischer Disposition Musikunterricht. Das ist gut so und sollte so bleiben.
  2. Korrekt dürfte sein, dass eine musikalitätsfördernde Umgebung hilfreich ist, die Musikalität zu verstärken – allerdings völlig unabhängig von der genetischen Disposition. Insbesondere für Kinder und Jugendliche, die tatsächlich genetisch bedingt über etwas weniger Musikalität verfügen, sollte eine solche Umgebung geschaffen werden.

Stern.de am 09. Dezember 2022: „Bildungsminister Helmut Holter (Linke) überlegt ferner, die Noten in den Talentfächern Sport, Musik und Kunst abzuschaffen. ‚Kinder sind unterschiedlich veranlagt‘, sagte er im Interview mit den Zeitungen der Funke Medien Thüringen (Freitag). So könne Notendruck bei vielen Schülern den Bewegungsdrang eher hemmen. ‚Sie haben dann keinen Spaß an Sport.‘ Zensuren seien deswegen in bestimmten Schulfächern, wenn sie einzig das Talent bewerten, nicht nötig. Eine entsprechende Änderung strebe er noch in der aktuellen Amtszeit an, wenn es im Einklang mit der Kultusministerkonferenz möglich sei.“

  1. Auch der thüringische Kultusminister scheint von der Studie gehört zu haben. Da wird Musik dann zum Talentfach. Welches Fach ist das dann nicht? (Bereits vor zwei Jahren ging eine andere Studie durch die Presse, die genau diesen Zusammenhang in Bezug auf die Mathematik festgestellt hat.) Wenn er also die Noten abschaffen will in den von ihm definierten Talentfächern, dann muss er sie auch abschaffen in den übrigen Talentfächern, also allen.
  2. Die Aussage, dass der Notendruck im Sportunterricht bei vielen Schüler:innen den Bewegungsdrang hemmt und sie dann keinen Spaß mehr am Sport haben, ist für das Lernen in Informatik oder Chemie, Physik oder Biologie exakt genauso zutreffend.
  3. Noten, die auf Klassenarbeiten oder mündlichen Abfragen beruhen, spiegeln eher kurzfristige Lerneffekte wieder, weniger ein nachhaltiges und anwendbares Wissen und Können. Eine Debatte über die Sinnhaftigkeit der Benotung in der Schule – und nicht in einzelnen Fächern – kann (und sollte) man also durchaus führen; Veranlagung und Talent taugen dafür jedoch nicht als Grundlagen.

(Georg Biegholdt)

 

Der Inhalt dieses Artikels wurde vom Spiegel aufgegriffen.