Leipziger Buchmesse - Fachtag Musikunterricht

Das war der Fachtag Musikunterricht auf der Buchmesse 2026: "Musikgeschichten"

Die diesjährige Leipziger Buchmesse stand ganz im Zeichen des Erinnerns und Erzählens: Wo Geschichten uns verbinden lautete das Motto. Nach bald zehnjähriger Zusammenarbeit haben die Buchmesse und der Bundesverband Musikunterricht mittlerweile selbst eine gemeinsame Geschichte.

In den Veranstaltungen des BMU im Musik-Café, dem Treffpunkt aller an Musik und musikalischer Bildung Interessierten, ging es diesmal um vielfältige Geschichten über Musik in der Schule und in der Gesellschaft. Gäste der BMU-Podien waren unter anderem Antje Valentin (Generalsekretärin des Deutschen Musikrats), Olaf Zimmerman (Generalsekretär des Deutschen Kulturrats), Prof. Dr. Michael Maul (Intendant des Leipziger Bachfests), Ulrich Dreier (Preisträger mit der Ricarda-Huch-Schule Hannover im Wettbewerb Schulorchester stärken), Prof. Juliane Gilbert (Prorektorin der Musikhochschule Dresden), Matthias Wiedemann (Leiter der Musikschule Leipzig).

Ein besonderer Publikumsmagnet war der Musiker Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen). Seine Teilnahme führte dazu, dass viele Menschen die Podiumsdiskussion zum kommenden Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt am 21. Mai 2026 mitverfolgten. Sebastian Krumbiegel fand gewohnt deutliche Worte für ein Zusammenleben in kultureller Vielfalt – ohne Rassismus und Diskriminierung. Gleichzeitig rief er dazu auf, im Gespräch zu bleiben oder ins Gespräch zu kommen und Menschen mit anderer Meinung nicht auszugrenzen.

Vom Musik-Café zum Fachtag

Die zwei Stunden, die der BMU gemeinsam mit der neuen musikzeitung am Samstag im Musik-Café gestaltete, wurden gerahmt von Anne-Kathrin Köhn, die zeigte, wie nuancenreich und differenziert man auf dem Musikinstrument des Jahres 2026, dem Akkordeon, spielen kann. Ihr Programm reichte von Johann Sebastian Bach über Markéta Laštovičková bis zu Franck Angélis und Yoko Kano.

Viele Veranstaltungen – viele Geschichten über Musik in der Schule und darüber hinaus. So konnte der BMU unter anderem die Wettbewerbe Schulorchester stärken (gemeinsam mit der Deutschen Orchester-Stiftung) und Musik macht gute Schule (gemeinsam mit dem Helbling Verlag) vorstellen oder über Wege zur Behebung des Mangels an Nachwuchs sowohl in der Schulmusik als auch in der Instrumentalpädagogik diskutieren.

Kern des musikpädagogischen Engagements war der in Kooperation von BMU und Leipziger Buchmesse ausgerichtete Fachtag Musikunterricht. Nach einem sehr gelungenen musikalischen Auftakt durch Schüler:innen der Oberschule Wiederitzsch konnten die anwesenden Interessierten rund 25 musikpädagogische Workshops besuchen. Der BMU und verschiedene Schulbuchverlage blätterten hier beispielhaft auf, wie vielfältig das Singen, Spielen und Tanzen im Unterricht und in Arbeitsgemeinschaften ist – und wie für die Schüler:innen so immer wieder neue Musikgeschichten entstehen.

Geschichten am Messestand

Neu war in diesem Jahr, dass der BMU die sächsischen Musikhochschulen und den Sächsischen Musikrat eingeladen hatte, an seinem Messestand präsent zu sein: So ergaben sich nicht nur interessante Gespräche mit Messebesucher:innen, sondern auch untereinander. Traditionell wird der Stand von Mitgliedern des BMU-Landesverbands Sachsen betreut, die dieses Mal tatkräftig von Mitgliedern des Landesverbands Thüringen unterstützt wurden.

Einer der Höhepunkte war der Besuch von Dieter ‚Maschine‘ Birr, Frontmann der legendären Puhdys. Der mittlerweile 82-jährige Musiker war erfreut zu hören, dass Songs wie Alt wie ein Baum oder Wenn ein Mensch lebt im Musikunterricht noch heute gesungen werden. An seinen lange zurückliegenden eigenen Musikunterricht konnte er sich durchaus noch erinnern, zeigte sich allerdings wenig begeistert.

Auch der Kultusminister des Freistaats Thüringen Christian Tischner ließ es sich nicht nehmen, bei seinem Messerundgang am Stand des BMU zu verweilen und mit Christiane Hein, Präsidentin des Landesverbands Sachsen, einige wenige Tanzschritte zu probieren. Der sächsische Kultusminister Conrad Clemens warf zumindest im Vorbeigehen einen Blick auf den BMU-Stand – der Landesverband ist mit ihm jedoch an anderer Stelle im Gespräch.

Vier intensive musikpädagogische Tage auf der Buchmesse verlangten allen Beteiligten viel ab. Hier kann sich der Bundesvorstand nur sehr herzlich bedanken. Für die Buchmesse 2027 wünscht sich der Landesvorstand die erneute Unterstützung des Landesverbands Thüringen – und hofft zudem auf die des Landesverbands Sachsen-Anhalt.

Das komplette Programm von BMU & nmz auf der Leipziger Buchmesse 2026

 

Das war der Fachtag Musikunterricht auf der Buchmesse 2025: "Musik bewegt Menschen"

Worte bewegen Welten.

So lautete das Motto der diesjährigen Leipziger Buchmesse vom 27. bis 30. März 2025. Auch der BMU wollte diesem
Thema gerecht werden und bewegte sich von Halle 4 in Halle 2, diesmal mit dem Stand in zentraler Lage, doppelte
Standbreite und direkt gegenüber vom HelblingVerlag.
So waren wir nicht nur sichtbar, sondern auch präsent mit kleinen Aktionen am Stand. Viele Schülerinnen und Schüler
sowie auch einige Lehrkräfte ließen sich auf ein kurzes Gespräch ein, zeigten ein paar Tanzschritte oder sangen kurze
Lieder und wurden mit Kleinigkeiten vom Stand belohnt. An dieser Stelle möch ten wir uns bei unseren sächsischen BMU
Mitgliedern und Musik fachberaterinnen bedanken, die dafür gesorgt haben, dass unser Stand immer ein besonderer Blickfang war und für alle Standbesucher ein offenes Ohr hatte.
Höhepunkt war in diesem Jahr die Jamsession mit dem bekannten Beatboxer Elmar Kühne sowie Musiklehrerin und Sängerin Susi Riedel, die für richtig gute Stimmung sorgten und mit ihrer Musik viele Neugierige anlockten.
Einige Messebesucher, unter ihnen auch Eltern mit und ohne Schulkinder, interes sierten sich für den Aufgabenbereich des
BMU oder trugen Ihre Sorgen bezüglich des Musiklehrernachwuchses vor. So entwickelten sich auch für uns sehr interessante Gespräche.
Die Oberschule Wiederitzsch eröffnete mit einem bunten Programm am Freitag den Fachtag Musikunterricht, der unter dem Motto „Musik bewegt Menschen“ stand und vom BMU in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse ausgerichtet wird. Verantwortlich zeichneten hier wieder die beiden Bundespräsidenten Georg Biegholdt und Jürgen Oberschmidt.
So gab es Workshopangebote, die im 30-Minuten-Takt Einblicke in die musikalische Themenwelt des Musikunterrichtes
brachten. Viele Musiklehrerinnen und lehrer zogen mit neuen Liedern auf den Lippen, Angeboten zu Liederbüchern und aktuellen Bewegungsmöglichkeiten weiter oder diskutierten in interessanten Gesprächsrunden mit.
Das MusikCafé ist mittlerweile eine feste Größe auf der Buchmesse, welches sich in Zusammenarbeit mit der neuen musik
zeitung (nmz) und dem BMU besonderen Themen wie den Nachwuchssorgen im Musikunterricht oder der Rolle des Singens
widmet. Mit dabei waren auch die Schulband der Schillerschule Dresden „Lost in Music“, die gemeinsam mit Musiklehrerin Christiane Hein und Vater Thomas MartakBöhme von ihrer erfolgreichen Teilnahme am Song Wettbewerb „Ohren auf für Hanau!“ in Berlin berichteten.

Das war der Fachtag Musikunterricht auf der Buchmesse 2024: "Vielfalt leben"

In gewohnt intensiver Zusammenarbeit zwischen Leipziger Buchmesse und dem Bundesverband Musikunterricht wurde am Freitag, 22. März 2024, der Fachtag Musikunterricht mit Work­shops und Podiumsgesprächen ausgerichtet. Neben Referent:innen von Verlagen stellten Gabi Schmidt, Uli Moritz und Mathias Buckl im Auftrag des BMU einige Neuerscheinun­gen und kreative Ideen für den Musikun­terricht vor. Parallel dazu führten Mitglie­der des sächsischen Landesverbands und des Bundesvorstands des BMU intensive Gespräche mit Besucher:innen am Messe­stand.

Ein Besucher war Helmut Holter, der thü­ringische Kultusminister, der bereits im vergangenen Sommer die Unterstützung der Bundesbegegnung Schulen musizieren 2025 in Erfurt und Weimar zugesagt hat, dessen Haus aber aktuell an der Kürzung des Musikunterrichts zugunsten einer von der Kultusministerkonferenz geforderten Aufstockung in anderen Fächern arbeitet. Diese Kürzung führt zu Nachwuchsproble­men für schulische Ensembles, die auf die Bläser-, Streicher- oder Gesangsklassen in der 5. und 6. Schulstufe angewiesen sind. Helmut Holter entgegnete: „Es muss alles getan werden, um die thüringischen Schul­ensembles zu erhalten.“ Nun bleibt zu hoffen, dass diese Aussage des – der musi­kalischen Bildung an Schulen durchaus zu­getanen – Ministers sich auch in konkreten Maßgaben bei der Umsetzung der Stun­denkürzung wiederfindet.

Kleine und große Gespräche

Neu am Fachtag Musikunterricht war seine Ausdehnung in den Samstag hinein. Von 12 Uhr bis 14 Uhr gestaltete der BMU in Zusammenarbeit mit der neuen musikzeitung (nmz) vier Gesprächsrunden, musikalisch gefasst von der 3. Cellosonate Johann Se­bastian Bachs. Die Gespräche zu den The­men Der Cantor tuet nichts! 300 Jahre Amtsjubi­läum von J. S. Bach in Leipzig, Menschenbildung durch Musik. Kestenbergs Weimarer Musikreform zwischen Utopie und Wirklichkeit, Musikalische Bildung der Eltern – Musikalische Bildung durch Eltern. Welche Kultur bringen Kinder mit in die Schule? und Musikunterricht & Weltgeschehen. Wie reagiert der Musikunterricht auf aktuelle Themen? wurden vom Publikum interessiert verfolgt.

Abgerundet wurde das Engagement des BMU auf der Leipziger Buchmesse mit ei­ner einstündigen Veranstaltung von MDR Kultur: Moderatorin Blanka Weber sprach mit Jürgen Oberschmidt (Präsident des BMU), Juan Garcia (Professor an der Mu­sikhochschule Weimar) und Amy Kirchhoff (Vorsitzende des sächsischen LandesSchü­lerRats) über den Stellenwert musikalischer Bildung. Pointierter Titel: Literatur, Kunst, Musik: Kann da was weg? Zwar waren sich die Gesprächsteilnehmer:innen grundsätz­lich einig, dass ‚nichts weg kann‘. Sie be­leuchteten die Thematik aber umfassend aus unterschiedlichen Perspektiven, denen zu folgen für die Zuhörenden ein Genuss war. Dem BMU ist es damit insgesamt ge­lungen, sich auf der Messe im Kleinen wie im Großen für die Erhaltung und Verbes­serung musikalischer Bildung einzusetzen.

Das war der Musiklehrertag auf der Buchmesse 2023: "Zukunft Musikunterricht"

Zukunft Musikunterricht

In der Gesprächsrunde diskutieren Vertreter der Lehrer:innenbildung und der Schulpraxis, wie Musikunterricht sich in den letzten 100 Jahren entwickelt hat und wie er sich in Zukunft weiterentwickeln soll. Dabei werden auch die Rückschläge für das Fach und das außerunterrichtliche Musizieren an den Schulen thematisiert, die sich aus der Bekämpfung der Corona-Pandemie ergeben haben: Wie kommen wir wieder auf das Level von 2019? Wie kann man zukünftig Einschränkungen dieser Art vermeiden?
Moderation: Andreas Kolb (NMZ)

Musikunterricht aus Schüler:innensicht:
Welchen Musikunterricht wünschen wir uns?

Von selbstgesteuertem Lernen und Mitbestimmung ist in Schule und Unterricht immer wieder die Rede. Doch wenn es um musikdidaktische Diskurse oder fachpolitische Entscheidungen um den Musikunterricht geht, bleiben Schülerinnen und Schüler meist ungefragt.
Im Rahmen dieses Podiumsgespräch soll ihnen nun eine Stimme gegeben werden, um sich mit ihrem Musikunterricht auseinandersetzen. Wie blicken Schülerinnen und Schüler auf den Musikunterricht und wie finden sie hier Anknüpfungspunkte und Perspektiven zu der Musik, die sie selbst hören oder machen? Wie setzen sie sich mit den Sichtweisen ihrer Lehrerinnen und Lehrer auseinander? Welchen Stellenwert hat der Musikunterricht für sie persönlich und wie erleben sich ihn im schulischen Gesamtkontext? Welche Veränderungen wünschen sie sich für ihren Unterricht?
Weil all diese Fragen mit den selbst zu verantworteten Zukunftsplanungen und Lebensvorstellungen jener jungen Menschen zu tun haben, von denen wir uns nicht nur eine aktive Teilhabe am Musikleben wünschen, sondern uns auch erhoffen, dass diese selbst einmal einen musikpädagogischen Beruf ergreifen mögen, sollen hier nun jene zu Wort kommen, für die der Musikunterricht eigentlich gemacht sein sollte, nämlich die Schülerinnen und Schüler.
Moderation: Georg Biegholdt (BMU)

Buchmessen 2020, 2021 und 2022

Weit gediehen waren die Vorbereitungen für die Musiklehrertage auf den Buchmessen 2020, 2021 und 2022, die dann coronabedingt jeweils sehr kurzfristig abgesagt wurden.

Literatur & Musik – eine gute Verbindung! BMU auf der Leipziger Buchmesse 2019

Dass bei der Leipziger Buchmesse das Feld der musikalisch-kulturellen Bildung nicht mehr wegzudenken ist, gehört auch zu den Erfolgen des BMU. Ein Teil der Halle 4 war gleichsam musikalisiert. Hier präsentierten die Musikverlage ihre neuesten Produkte, hier berieten Instrumentenbauer, hier war das Zentrum der Musikvermittlung durch MDR Klassik, hier hatte der BMU seinen Info-Stand und hier kam durch die Präsenz des ConBrio-Standes weitere Dynamik in die Diskussionen um musikalische und kulturelle Bildung auf der Messe.

Moderiert von der NMZ-Mitherausgeberin Barbara Haack diskutierten Vertreter*innen von ver.di, Bertelsmann-Stiftung, VdM und BMU (vertreten durch Vizepräsident Dr. Georg Biegholdt) zum Thema „Quereinsteigen in den Lehrberuf“ den Lehrkräftemangel im Musikunterricht und mögliche Perspektiven. Die Kontroverse hielt sich dabei jedoch in Grenzen: Die Diskutanten waren sich einig, dass es die Ausbildung zukünftiger Musiklehrkräfte ausgeweitet werden muss und Zugangshürden für musikpädagogisch interessierte junge Menschen abgebaut werden müssen. Einigkeit bestand auch darin, dass es nicht so einfach ist, als Musikschullehrkraft in die Grundschule zu wechseln: Lehrgebiet und Anforderungen sind doch sehr unterschiedlich. Hinzu kommt, dass ein Wechsel von Musikschullehrkräften in die allgemeinbildende Schule die Lücken in der musikalischen Bildung lediglich verschieben würde. Allerdings wurden Quereinsteiger gerade in der jetzigen Situation von den Diskutanten nicht grundsätzlich abgelehnt: Sie benötigen jedoch qualifizierte Fortbildungen und können dann an der Schule durchaus eine Bereicherung sein. (Link zum Video)

Im Rahmen einer weiteren Podiumsveranstaltung – diesmal vom nmz-Chefredakteur Andreas Kolb moderiert – konnte Ortwin Nimczik das BMU-Jugendmusikfestival „Schulen musizieren“ vorstellen. Hierzu stand die Klasse 4 der Lessing-Schule Leipzig mit ihrer Musiklehrerin Alexandra Haubner auf der Bühne und präsentierte sehr engagiert ihre Musik. Frau Haubner und einige Schüler gaben einen interessanten Einblick in die Chorarbeit an ihrer Schule und machten deutlich: Gemeinsames Musizieren macht stark. Ortwin Nimczik erläuterte das BMU-Konzept von „Schulen musizieren“ und wies dabei auch auf die vom 23. bis 26. Mai anstehende Bundesbegegnung im Saarland hin. (Link zum Video)

Im Rahmen des 4. Musiklehrertag am 22. März war der BMU vierfach vertreten. Georg Biegholdt zeigte in zwei Veranstaltungen Perspektiven für den Musikunterricht auf. Im Zentrum stand – mit zahlreichen Beispielen veranschaulicht – das aktive Musikhören in allen Schulstufen sowie das Bewegungs-Thema „Unterwegs“ speziell für die Grundschule. In der Veranstaltung „Das Scheppern hat etwas Musikalisches – Zum Klang der Musik in der Literatur“ richtete sich der Blick und das Ohr auf Texte, bei denen Musik, musikalische Bezüge und Prinzipien in konkreter Weise aufscheinen. In einer weiteren Veranstaltung stellte Nimczik den neuesten Band des Erfolgsprojektes chorissimo aus dem Carus-Verlag vor, der wiederum in Kooperation mit dem BMU 2018 erschienen ist. Chorissimo green setzt ganz auf eine kindgerechte und ganzheitliche Gestaltung der Lieder und liefert dazu spannende Anregungen und Anleitungen für das Singen mit Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren.

 

Videos zu den Podiumsveranstaltungen mit Georg Biegholdt und Ortwin Nimczik: