Musikunterricht quo vadis? Bericht über die virtuelle Podiumsdiskussion vom 23.09.2020

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Bildungspolitische Diskussion zur Situation des Musikunterrichts an allgemeinbildenden Schulen. Am Tag der ursprünglich geplanten Eröffnung des 5. Bundeskongresses Musikunterricht diskutierten am Mittwoch, den 23. September 2020, Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, aus der Musiklehrerbildung und aus der Schulpraxis zunächst unter sich auf dem Virtuellen Podium, anschließend dann auch sehr intensiv mit den an musikalischer Bildung an Schulen interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung aus ganz Deutschland im Virtuellen Konferenzraum und in Virtuellen Gruppenräumen.

Schon nach den Eingangsstatements der fünf eingeladenen Podiumsgäste, die alle die Wichtigkeit einer an Schulen verorteten musikalischer Bildung für alle Kinder und Jugendlichen herausstellten, wurde ein breiter und tragfähiger Konsens deutlich. Neben einer verlässlichen und alle Klassenstufen umfassenden Verankerung eines allgemeinbildenden Musikunterrichts an Schulen wurden Kooperationen von Schulen, Musikschulen und anderen musikalischen und pädagogischen Akteuren von allen Beteiligten als unverzichtbar angesehen, da ein umfassender Bildungsauftrag nur gemeinsam von den verschiedenen Akteuren eingelöst werden kann. Gerade, aber nicht nur, unter den schwierigen Rahmenbedingungen während der Pandemie wurden hierbei die Zusammenarbeit vor Ort und gemeinsame bildungspolitischen Arbeit als wichtige Gelingensbedingungen genannt. Nach einer ersten Diskussionsrunde auf dem Virtuellen Podium diskutierten die fünf Podiumsgäste in jeweils einem Gruppenraum mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie konnten hierdurch in hohem Maße einbezogen werden, nutzten dies auch intensiv und bewerteten es als besondere Qualität der Veranstaltung. Im abschließenden Resümee wurde von allen Beteiligten eine gemeinsame Positionierung möglichst vieler Protagonisten musikalischer Bildung zum Musikunterricht an Schulen als vorrangiges Ziel benannt. Der Musikunterricht muss hierbei von seiner derzeitigen Randstellung in den Mittelpunkt von Schule gerückt werden. Die Fächer Kunst, Musik und Sport wurden in diesem Zusammenhang als die eigentlichen Kernfächer in der allgemeinbildenden Schule benannt, da nur hier der Mensch in seiner Gesamtheit und Tiefe in den Blick genommen, gefordert und gefördert wird und erst auf einer solchen Basis die wissensorientierten Fächer gedeihen können. Von vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde weiterhin eine konkrete Unterstützung der Arbeit vor Ort gewünscht, u.a. durch Kommunikation von best practice, bspw. über Padlets, mit Hilfe von Informationsplattformen zu den jeweils aktuellen Rahmenbedingungen, Verordnungen etc. im Rahmen der Pandemie, durch die Schaffung von Möglichkeiten zum kollegialen Austausch, bspw. in virtuellen Musik-Cafés.

Insgesamt traf die Veranstaltung auf sehr positive Resonanz bei allen Beteiligten, die vielfach auch explizit eine Fortsetzung dieses Formats wünschten. Der BMU wird dies bei den weiteren Planungen seiner Online- und Präsenzveranstaltungen berücksichtigen. Auf dem „Virtuellen Podium“ diskutierten: • Prof. Christian Höppner (Deutscher Musikrat) • Friedrich-Koh Dolge (Verband deutscher Musikschulen) • Bjoern Strangmann (Musikschule Mannheim) • Martina Thomas (Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Köln) • Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt (Bundesverband Musikunterricht) • Dr. Michael Pabst-Krueger (Moderation)