Inklusion im Musikunterricht

Wie steht es 10 Jahre nach Unterzeichnung der UN Behinderten­rechts­konvention um die Inklusion im Unterrichts­fach Musik an deutschen Schulen? Mehr als drei Viertel der dazu befragten Grund­schul­lehrkräfte halten gemeinsamen Musik­unterricht von Lernenden mit und ohne Förderbedarf für sinnvoll. In den weiterführenden Schulen ist dieser Anteil weitaus kleiner, an Gymnasien etwa liegt er bei einem Drittel.

 

Dies geht aus einer bundesweiten Umfrage der Universität Paderborn unter Lehrenden aller Schularten aus dem Jahr 2017 hervor, die in Kooperation mit dem BMU durchgeführt wurde. (https://kw.uni-paderborn.de/fach-musik/aim/[Stand 05/2019]). Dieser Umfrage ist jedoch auch zu entnehmen, dass der Stand der Umsetzung von Inklusion im Musik­unterricht unein­heitlich und unbefrie­digend ist und überwiegend als politisches Sparmodell, Kürzung der bedarfsgerechten Förderung und als ein Vergeuden sonder­päda­gogischer Expertise sowie als persönliche Überfor­derung wahrgenommen wird.

 

In seinem aktuellen Positionspapier „Inklusion – BMU-Position zur Inklusion im Musikunterricht“ geht der Bundesverband Musikunterricht e.V. auf den aktuellen Musikunterricht ein und benennt Perspektiven für eine erfolgreiche Umsetzung von Inklusion im Musikunterricht, der heute vor dem Hintergrund systemischer Veränderungen mit Bedingungen erheblich größerer Heterogenität konfrontiert ist.

 

Ziel muss es sein, jedem Kind und Jugendlichen mit und ohne Förderbedarf im Musikunterricht gerecht zu werden. Als Gelingens­bedingungen hierfür sieht der BMU in erster Linie die Entwicklung von Unterrichtskonzepten, die sich in inhaltlicher wie auch in methodischer Hinsicht an den Erforder­nissen eines inklusiven Musikunterrichts orientieren, sowie die Gewährleistung einer personell abgesicherten sonderpädagogischen Expertise im Musikunterricht.

 

Mit dem Positionspapier zur Inklusion im Musikunterricht formuliert der Bundesverband Musikunterricht – mit über 5000 Mitgliedern stärkster Interessenverband von Musiklehrkräften an allgemeinbildenden Schulen – seine Forderungen an bildungspolitische Entscheidungsträger.

 

Ansprechpartner im BMU-Bundesvorstand: Michael Huhn (michael.huhn@bmu-musik.de)