Leo-Kestenberg-Medaille

Der ehemalige VDS verlieh die "Leo-Kestenberg-Medaille" an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für besondere Verdienste um die Förderung der Musikerziehung. Die Verleihung erfolgte alle zwei Jahre im Rahmen des Bundeskongresses Musikunterricht (ehem. Bundesschulmusikwoche).

Bisherige Preisträger

2014: Deutsche Orchestervereinigung (DOV), Berlin

Hans Reinhard Biere, Gerald Mertens, Prof. Dr. Ortwin Nimczik

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) ist Preisträgerin der Leo-Kestenberg-Medaille 2014. Der VDS verlieh diese höchste musik­päda­gogische Auszeichnung am 18. September 2014 im Rahmen des 2. Bundes­kongresses Musik­unterricht in Leipzig. 

Stellvertretend für die DOV nahmen Gerald Mertens (DOV-Geschäftsführer) sowie Hans Reinhard Biere, Vorsitzender der Rundfunkkommission der DOV, die Medaille aus den Händen von Prof. Dr. Ortwin Nimczik (VDS-Bundesvorsitzender) entgegen.

Bei der feierlichen Verleihung würdigte Nimczik die DOV für ihre herausragenden musikalischen Bildungs- und Vernetzungsprojekte, die sie in Kooperation mit verschiedenen Partnern im Besonderen für die Förderung des musikalischen Nachwuchses an Schulen in den vergangenen Jahren unterstützt oder entwickelt hat. Dazu zählen u.a. die Internetplattform „Abenteuer Klassik“, der Wettbewerb „Kinder zum Olymp“, das „Netzwerk Orchester und Schulen“ sowie die „tutti pro“-Patenschaften zwischen Berufsorchestern und Jugendorchestern in Schulen und Musikschulen. Zudem ist die DOV Gründundsmitglied des „netzwerk junge ohren“ – die Musikvermittlungsplattform für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der VDS steht mit der DOV seit 2003 in einer engen Kooperation.

Die Verleihung wurde auch in diesem Jahr wieder vom Pianisten Prof. Helmut Lörscher (Freiburg) musikalisch umrahmt. 

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2012: Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Ulm

Prof. Dr. Ortwin Nimczik, Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer

Der Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) hat den Mediziner Prof. Dr. Manfred Spitzer mit der  Leo-Kestenberg-Medaille 2012 ausgezeichnet.
Diese höchste musikpädagogische Auszeichnung wurde am 20. September 2012 im Rahmen des  1. Bundeskongresses Musikunterricht in Weimar feierlich überreicht. Mit der Verleihung würdigt der VDS die Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Spitzer und ihre Bedeutsamkeit für die Musikpädagogik sowie die musikalische Bildung in Deutschland.

In seiner Laudatio betonte der Bundesvorsitzende des VDS, Prof. Dr. Ortwin Nimczik, dass es Manfred Spitzer wesentlich um einen ganzheitlichen Bezug zwischen Musik und Menschen gehe. Hieraus leite er seine Forderung nach einer Schule ab, die Musik als wichtigen Bestandteil versteht, die Lust am Lernen einfordert und dafür lerntheoretische Modelle konstruktiv nutzt. Spitzers musikbezogene Forschungen unterstützten besonders die Musikpädagogen, für die die Erkenntnis leitend sei, dass es für eine sinnvolle Konzeption des Musikunterrichts unabdingbar ist, die Erkenntnisse der Musikpsychologie und der neurobiologischen Forschung zu berücksichtigen.

Die Verleihung der Kestenberg-Medaille wurde von Prof. Helmut Lörscher (Freiburg) musikalisch umrahmt. Lörschers beeindruckende Improvisationen inspirierten Prof. Spitzer zu ebenso spannenden wie anschaulichen Explikationen über die Gehirnaktivitäten beim spontanen Musizieren. Am Freitragvormittag referierte er dann vor „vollem Haus“ im Palaisgebäude der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar zum Thema Warum Musikunterricht? Erkenntnisse aus der Bildungs- und Gehirnforschung.

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2010: Lars Vogt, London

Lars Vogt, Prof. Dr. Ortwin Nimczik

Der Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) hat den Pianisten Lars Vogt mit der Leo-Kestenberg-Medaille 2010 ausgezeichnet. Diese höchste musikpädagogische Auszeichnung wurde im Rahmen eines Nachtkonzertes am 30. September im Clara-Schumann-Saal des Dr. Hoch`s Konservatorium in Frankfurt a. M. feierlich überreicht. Lars Vogt, einer der führenden Vertreter der mittleren Pianisten-Generation in Deutschland, erhielt die Auszeichnung für die von ihm 2005 gegründete Initiative „Rhapsody in School“. In ihr engagieren sich zahlreiche andere Musiker persönlich dafür, dass Schülerinnen und Schüler mit klassischer Musik in Kontakt kommen. Die Künstler gehen mit ihren Instrumenten in ihrer freien Zeit in die Schulen und bilden so eine Brücke zwischen der Musik und den einzelnen Kindern.

In seiner Laudatio betonte der Bundesvorsitzende des VDS, Prof. Dr. Ortwin Nimczik, dass „Rhapsody in School“ Schwellenängste abbaut, die viele Schüler heute allein schon beim Hören des Stichwortes „Klassische Musik“ befallen: „Dadurch, dass die Künstler ihr Podium verlassen und sich in den Schulen auf Augenhöhe mit den Kindern begeben, entstehen Begeisterung und gerade auch Wertschätzung gegenüber klassischer Musik“.

Lars Vogt und seine Initiative würden, so Nimczik weiter, ein klares kulturpolitisches und musikpädagogisches Signal aussenden, indem Künstler ihre Verantwortung übernähmen, die Wirkkraft der Musik direkt an junge Menschen heranzutragen.

Mit einer beeindruckenden Interpretation von Schumanns Fantasie C-Dur op. 17, einem Walzer von Brahms sowie einem Chopin-Nocturne „beschenkte“ Lars Vogt die zahlreichen Zuhörer des Abends.

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2008: Prof. Karl Karst, Köln

Anlässlich der 27. Bundesschulmusikwoche 2008 wurde die renommierte "Leo-Kestenberg-Medaille" für besondere Verdienste um die schulische Musikerziehung verliehen. Träger der Leo-Kestenberg-Medaille 2008 ist Prof. Karl Karst, Programmchef von WDR 3 und Gründer der gemeinnützigen bundesweiten "Initiative Hören", die sich an Kinder und Jugendliche wendet.  Prof. Dr. Ortwin Nimczik, Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Schulmusiker (VDS), würdigte Karst als einen der profiliertesten deutschen Hörfunkmacher im Bereich des Kulturradios. "Annähernd jeder vierte Jugendliche in Deutschland ist mittlerweile irreversibel hörgeschädigt – durch zu lautes Hören von Musik. Die Arbeit von Prof. Karst ist ebenso politisch wie pädagogisch. Seine präventive Arbeit in Bezug auf Hörschäden und seine kreative "Schule des Hörens" befördert die musikpädagogische Basisarbeit und sendet Signale in die kulturpolitischen Entscheidungsgremien. Somit hat sie höchste bildungspolitische Relevanz", so Nimczik in seiner Laudatio

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2004: Verband deutscher Musikschulen (VdM), Bonn

2002: Gerhard Schöne, Potsdam

2000: Dr. Bernhard Freiherr Loeffelholz von Colberg / Jürgen Ponto-Stiftung, Frankfurt/Main

1998: Dr. Peter Hanser-Strecker, Mainz

1996: Knut Grotrian-Steinweg, Braunschweig

1994: Prof. Dr. Horst Rumpf, Frankfurt am Main

1992: Prof. Diether de la Motte (†), Wien

1990: Gerd Albrecht (†), Hamburg

1988: Dr. Hanna-Renate Laurien (†), Berlin